Fluginformationsdienst

Fluginformationsdienst

Jeder private Hobbypilot wird über kurz oder lang mit dem Fluginformationsdienst oder kurz auch „FIS“ Kontakt aufnehmen. Um was es sich hierbei genau handelt und was wir von diesem Dienst erfahren können erfahren wir in diesem Artikel!

Definition des Fluginformationsdienstes

Der umgangssprachlich genutzte Begriff „Fluginformationsdienst“ teilt sich genau genommen in 2 Bereiche ein:

  • Fluginformationsdienst i. w. S.
    • Flugrundfunkdienst
    • Fluginformationsdienst i. e. S.

Während der Flugrundfunkdienst automatische Ansagen beinhaltet und keinen explizit definierten Adressaten besitzt, hat der Fluginformationsdienst im engeren Sinne die Aufgabe, individuelle angefragte Informationen zu verteilen.

Wichtig hierbei zu erwähnen ist, dass es sich um einen FlugINFORMATIONSdienst handelt. Es werden also keine Anweisungen erteilt, sondern nur Empfehlungen und Informationen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: der „FIS-Lotse“ kann euch eine Freigabe für freigabepflichtige Lufträume aussprechen, aber diese erteilt er nicht selbst, sondern hat diese beim eigentlichen Lotsen angefragt und gibt diese nur an euch weiter.

Nebenbei erwähnt: der Fluginformationsdienst ersetzt keine Flugvorbereitung und der Pilot bleibt weiterhin zu 100% verantwortlich für die Durchführung des Fluges! Wer sich also auf Verkehrsinformationen des FIS-Lotsen verlässt handelt fahrlässig: die Kapazitäten des FIS-Lotsen reichen bei weitem nicht aus um jeglichen Verkehr zu beobachten und es gibt eine große Zahl an Luftfahrzeugen (z.B. Segelflieger), welche gar nicht auf seinem Radar erscheinen.

In Deutschland sind die Sektoren mehrere 100km ausgedehnt die der Lotse jederzeit im Blick haben muss. Dabei muss lobensweise erwähnt werden das die Qualität von FIS in Deutschland eine der Besten der Welt ist. In anderen Ländern (auch in Europa) hat FIS teilweise nicht einmal ein Radar zur Verfügung und kann somit nicht die Navigation unterstützen und keine Verkehrsinformationen anbieten.

Aufgaben

Die Aufgaben des Fluginformationsdienstes lauten:

  • Verkehrsinformationen, soweit möglich,
  • Luftraumnutzung (z.B. Aktivierung von TRA’s oder EDR‘s)
  • Wetterinformationen,
  • Pilot Reports „PIREPS“,
  • Unterstützung bei Navigation,
  • Anfragen bezüglich AIS (z.B. Start- und Landemeldungen),

Mit dieser Aufgabenverteilung wird auch klar welche Aufgaben NICHT zum Fluginformationsdienst gehören:

  • Keine Staffelung zu anderen Luftfahrzeugen,
  • Keine Garantie für den Service aufgrund Arbeitslast,
  • Keine Ersetzung der Flugvorbereitung,

Funkverkehr

Das Rufzeichen setzt sich aus dem Namen der FIR und dem Begriff „INFORMATION“ zusammen (z.B. Langen Information).

Die entsprechenden Frequenzen, Rufzeichen und Sektorisierung könnt ihr aus der VFR Chart 1:500 000 entnehmen, als auch aus der Sichtanflugkarte des entsprechenden Flugplatzes.

Unser standardisierter Einleitungsruf sieht dabei wie folgt aus:

[RUFZEICHEN] [LFZ-TYP] VFR VON [ABFLUG] NACH [ZIELORT] POSITION [AKTUELLE POSITION] [FLUGHÖHE] ERBITTE VERKEHRSINFORMATION

Möchten wir durchgehend mit FIS in Kontakt bleiben erbitten wir „Verkehrsinformationen“. Danach bekommen wir ein QNH als auch einen Transpondercode, die wir zurück zu lesen haben.

Wir können natürlich auch andere Dinge erbitten, wenn wir nicht auf der Frequenz bleiben wollen, wie zum Beispiel „erbitte Aktivierungszeiten der EDR 999“.

Wichtig ist, dass das Verlassen der Frequenz gemeldet werden muss. Geschieht dies nicht, weiß der FIS Lotse nämlich nicht ob ihr ein Funkproblem habt.

Ein typisches Gespräch mit FIS könnte wie folgt aussehen:

Pilot: Langen Information, DEIBF
FIS: DEIBF, Langen Information.

Pilot: DEIBF, C152, VFR von Egelsbach nach Speyer, Position RID VOR, 1400 Fuß, erbitte Verkehrsinformationen.

FIS: DEIBF, squawk 3701, QNH 1013.

Pilot: DEIBF, squawk 3701, QNH 1013.

[…]

Pilot: DEIBF, verlasse Frequenz um Speyer Info zu rufen.

FIS: DEIBF, verstanden, Squawk VFR.

Pilot: DEIBF, Squawk VFR.

Anmerkung: Da es sich um keine verpflichtende Funkverbindung handelt, muss das verlassen der Frequenz nicht erbittet werden. Jedoch muss eine Meldung erfolgen, damit der FIS Lotse Bescheid weiß, dass wir nicht mehr auf seiner Frequenz sind.

 

Fazit

Der FIS-Lotse kann euch während eurer Flugdurchführung ein großer Helfer sein. Denkt jedoch nicht, das er euch aber Aufgaben abnimmt: Ihr seid weiterhin für die sichere und legale Durchführung des Fluges verantwortlich!

Möchtet ihr mehr zum Thema FIS erfahren? Schaut regelmäßig auf dem Youtube Kanal vfr.PPL vorbei! Wer lieber auf klassische Weiterbildungsmethoden steht, dem möchte ich das Buch „Motorflug Kompakt“ von Winfried Kassera empfehlen. In diesem Kompendium findet ihr alle Informationen zur Fliegerei kompakt niedergeschrieben. Nicht umsonst mitunter ein Standardwerk der Privatluftfahrt.